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Geschichte

In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts befanden sich in Emden und Ostfriesland bedeutende Werke der niederländischen Ölmalerei, die zunehmend das Interesse ausländischer Kunstfreunde oder Händler weckten. Viele nach den napoleonischen Kriegen verarmte Familien waren gezwungen, ihre Gemälde und sonstigen Kunstobjekte zu verkaufen.

Am 26. März 1820 schlossen sich sechs angesehene Emder Bürger zusammen, um den Verlust der einheimischen Kunstschätze zu verhindern. Sie gründeten einen Kunstliebhaberverein, dessen klares Ziel die Bewahrung ostfriesischer bildender Kunst war. In den ersten Jahren konnte nur Mitglied werden, wer selbst ein Gemälde spendete. Dadurch, aber auch durch beitragsfinanzierte Ankäufe und private Schenkungen, entstand der Grundstock einer beachtlichen Sammlung.

Schon im Jahr 1823 fasste der Verein seine Ziele weiter. Der Sammelschwerpunkt wurde auf alle vaterländischen Altertümer der ostfriesischen Kulturlandschaft ausgeweitet. Fortan wurden neben Kunst auch erhaltungswürdige Kulturobjekte der ostfriesischen Geschichte zusammengetragen. Um dem neuen Anspruch gerecht zu werden, wurde der Kunstliebhaberverein in „Emder Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer“ umbenannt. Im Alltagsgebrauch setzte sich jedoch bald als Abkürzung „KUNST“ durch.

Um auch selbst die Erforschung der regionalen Geschichte aktiv zu fördern, begannen die Mitglieder ab 1870 regelmäßig wissenschaftliche, kunst- oder geschichtlich orientierte „Dienstagsrunden“ zu veranstalten. Die Ergebnisse dieser Zusammenkünfte wurden im Emder Jahrbuch veröffentlicht. Etwa zur gleichen Zeit (1869) kaufte die Gesellschaft ein Bürgerhaus in der Großen Straße in Emden.  Es diente forthin zu regelmäßigen Treffen, aber auch zur Ausstellung von Kunst und historischen Objekten.

Nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Mitgliederzahl der KUNST auf den bis dato höchsten Stand von 830 Personen. In dieser Zeit wurden auch in anderen ostfriesischen Städten Ortsgruppen gegründet, worin zum Beispiel der Heimatverein Norden seinen Ursprung findet.

Der Zweite Weltkrieg ging auch an der Emder KUNST nicht spurlos vorüber. Das Gesellschaftshaus in der Großen Straße wurde vollständig zerstört. Durch tatkräftiges Engagement von Mitgliedern und Vorstand konnten fast alle sich darin befindlichen Kunstobjekte durch Auslagerungen gerettet werden. Bis Anfang der 1960er Jahre waren Fragmente der Sammlung auf improvisierte Ausstellungsräume in Emden und der angrenzenden Gemeinde Hinte verteilt.

Im Jahr 1962 konnten die Sammlungsbestände gemeinsam mit der Rüstkammer der Stadt Emden im neu errichteten Rathaus am Delft ausgestellt werden. Seither sind die themenreichen Sammlungen der KUNST im Ostfriesischen Landesmuseum Emden wieder für die Öffentlichkeit zu besichtigen.